Was sind freie Datenformate?
Ein Datenformat ist eine Spezifikation der Datenverarbeitung, die festlegt, wie Daten beim Laden, Speichern oder Verarbeiten zu interpretieren sind. Obwohl es nicht ganz korrekt ist, werden die Begriffe „Datenformat“ und „Dateiformat“ häufig synonym verwendet. Jedes Dateiformat ist gleichzeitig auch ein Datenformat, aber nicht jedes Datenformat ist auch ein Dateiformat. So kann zum Beispiel ein Datenformat aus mehreren Dateien in unterschiedlichen Dateiformaten bestehen. Ein Dateiformat bestimmt die Form der Abspeicherung von Computerdaten. Dateiformate sind notwendig, weil für Betriebssysteme Dateien gewöhnlich nur eindimensionale Aneinanderreihungen von Bytes sind. Um die einzelnen Datenansammlungen voreinander unterscheiden zu können - schließlich repräsentieren diese Bytes einmal einen Text, dann wieder ein Bild - hat man sich in der IT-Welt auf eine Vorgangsweise verständigt, die für jede „Art“ von Dateien eigene Dateiformate vorsieht.
Weit über 90%
aller Daten weltweit werden mit und in proprietären Daten- oder Dateiformaten verarbeitet
oder abgespeichert. Diese Formate sind nicht offen dokumentiert und ihr
interner Aufbau wird geheim gehalten. Wer solche Formate einsetzt, macht sich
und seine Datenbestände absolut vom Hersteller abhängig. Das Gegenmodell dazu
sind Freie Software und offen dokumentierte Formate. Solche offene Daten- und
Dateiformate basieren auf klar definierten offenen Standards, die von einer
Normungsorganisation (z.B. ISO
oder OASIS) verwaltet
werden. Sie sind vollständig dokumentiert, öffentlich einsehbar, frei nutzbar
und lassen zu, dass jeder dazu Softwarelösungen anbieten kann. Einer dieser
offenen Standards hat sich schon durchgesetzt: Es ist die Basis des Internets.
Nur weil der Internet-Protokollstandard TCP/IP offen
dokumentiert ist, können Mac-, Windows-, Linux- und Benutzer aller anderen
Betriebssysteme ungehindert gemeinsam über das Internet kommunizieren. Der
beliebteste Dienst des Internets, das World Wide Web, setzt mit HTML und XHTML
ebenfalls auf offene Formate. Dokumente können so von jedem betrachtet und
ausgetauscht werden, egal ob er nun den Internet Explorer von Microsoft einsetzt
oder freie Alternativen wie Mozilla Firefox oder Opera. Ein weiterer offener
Standard ist das ODF-Format
(Open Document Format for Office
Applications) für Office-Dokumente wie Texte, Tabellen, Datenbanken und
Präsentationen.
CoCOS-TIPP: