Wie entsteht Freie Software?
Ein
Freies Software Projekt beginnt meist damit, dass jemand ein Problem hat. Richard
Stallman wollte beispielsweise einen Drucker dazu bringen, dass er per Email
einen Papierstau ankündigte. Freie Software entsteht also zunächst nicht
aufgrund einer Marktnachfrage oder auf Anweisung eines Auftraggebers. Sie entsteht
vielmehr angetrieben von dem Wunsch, ein konkretes Problem bei der Arbeit oder
Forschung zu lösen. Entwickler von Freier Software fühlen sich dem Grundsatz
verpflichtet, dass der Quellcode für alle einsehbar, lesbar und veränderbar ist.
Dadurch kommt es bei der Entwicklung der meisten Freien Software Projekte zu
einer Zusammenarbeit über alle Grenzen, Sprachen und Unternehmenseinheiten hinweg.
Wenn die Zahl der Mitentwickler wächst, bildet sich meist eine Gruppe als zentrales
Steuerungsgremium heraus, das Core-Team. Werden Projekte größer, werden Entwicklungsprozesse
gerne in funktionale Einheiten oder Module gegliedert, für die jeweils ein oder
mehrere Maintainer zuständig sind. Bei den meisten Freien Software Projekten
gibt es aber keine festgelegte Aufgabenverteilung und die Core-Team-Mitglieder
oder Maintainers sind keine Projektleiter oder Chefs. Jeder macht das, was ihn
interessiert und programmiert oder implementiert das, wozu er Lust hat.
Ein Volk ohne Könige
Freie Software baut also auf die freie Kooperation von Entwicklern und Interessierten auf, die zusammen die Community ausmachen. Die Community ist keine fixe Größe oder einheitlich organisierte Gruppe, vielmehr eine Gesinnungs- oder Wertegemeinschaft, die zusammen konkrete Ziele, wie die Herstellung einer bestimmten Freien Software verfolgen. Das Credo der Entwicklergemeinschaft lautet: „Wir wollen keine Könige, Präsidenten oder Wahlen. Wir glauben an einen groben Konsens und an ablauffähigen Code.“
CoCOS-TIPP:
Wikipedia: Softwareentwicklung